Automeile Höherweg

Im Juli dieses Jahres wurde die Automeile Höherweg im Düsseldorfer Stadtteil Flingern-Süd unter großem Publikumsandrang feierlich eröffnet. Dieser automobile Marktplatz überträgt das Konzept einer Ladenpassage auf das Auto und ist in Form und Ausmaßen einmalig in Deutschland - womöglich sogar darüber hinaus. Auf einer Fläche von 150.000 m², die wie eine Flaniermeile gestaltet ist, sind 19 Auto- und demnächst 5 Motorradmarken angesiedelt. Dabei handelt es sich nicht um eine eher zufällige Aneinanderreihung x-beliebiger Fahrzeughersteller, sondern - durch die Einbindung von Straßenverkehrsamt, ADAC, TÜV und DEKRA - um eine nicht nur in architektonischer Hinsicht planerische Gesamtheit. Der Kunde kann sein Fahrzeug am Höherweg kaufen, finanzieren, versichern, zulassen, die Nummernschilder prägen lassen und sofort losfahren.

Ausgangspunkt der Automeile Höherweg war 1998 die Restrukturierung der Stadtwerke Düsseldorf. Durch die Verlagerung der Hauptverwaltung von der südlichen auf die nördliche Seite des Höherwegs standen die zwei insgesamt rund 100.000 m² großen südlichen Parzellen zum Verkauf. Diese Parzellen grenzten an das Grundstück des seit Jahrzehnten am Höherweg vertretenen Volkswagen Zentrums Nordrhein und reichten bis zur Ronsdorfer Straße. Die Erweiterungspläne des Volkswagen Zentrums Nordrhein auf dieses ehemalige Stadtwerke-Areal waren es dann auch, die letztendlich zur Entwicklung der Automeile führten.

Den ersten Auftrag des Autohauses Gottfried Schultz - dem größten konzernfreien Vertriebspartner von Volkswagen, Audi und Porsche in Deutschland - erhielten wir im Oktober 1999. Die Arbeiten wurden in Arbeitsgemeinschaft mit den Firmen Strabag AG und Küster GmbH & Co. KG ausgeführt. Es begann mit der Neugestaltung und der Erweiterung des Volkswagen Zentrums Nordrhein. Das neu gestaltete Betriebsgelände reicht jetzt vom Höherweg bis zur Erkrather Straße und ist somit das größte in Deutschland. Es ist zudem die Urzelle der Automeile und mit allein 45.000 m² der mit Abstand größte Betrieb.

Während dieser Bauphase erhielten wir Folgeaufträge für die Ringstraße und auch für die innere Erschließung der Automeile. Auftraggeber hierfür war die neu gegründete Betriebsgesellschaft Automeile Höherweg GmbH, in der Investoren aus der gesamten Automobilbranche (Händler, Importeure, Dienstleistungsunternehmen) zusammengeschlossen sind. Gebaut wurden ca. 1.000 Parkplätze und innerhalb der Ringstraße eine Längs- und drei Querpromenaden. Die Promenaden sind Fußgängerzonen, die jeweils nur zu festgelegten Zeiten zur Belieferung befahren werden dürfen. Die Hauptzufahrt der Automeile ist der Höherweg. Von ihm gelangt man über eine Kreuzung und einen Kreisverkehr auf die interne Ringstraße. Eine weitere Zufahrt von der Ronsdorfer Straße (Autotransporter) wurde hergestellt. Ein dritter Weg führt von der Erkrather Straße durch den Gebrauchtwagenplatz des Volkswagen Zentrums Nordrhein zur Automeile.

Zur Verkehrsanbindung der Automeile war der Ausbau des Höherwegs zwischen Ronsdorfer und Kettwiger Straße zwingend erforderlich. Die Baumaßnahme wurde 2003 von den Stadtwerken Düsseldorf in Abstimmung mit dem Amt für Verkehrsmanagement ausgeschrieben. Auch hier mussten wir uns dem Wettbewerb stellen. Nach schwierigen Verhandlungen wurde der Arge der Auftrag im Dezember 2003 erteilt. Baubeginn war Januar 2004. Der Höherweg wurde als vierspurige Allee mit zwei Kreisverkehren ausgebaut. Schwierig war das Neu- und Umverlegen der gesamten Versorgungsleitungen. Wie bei allen innerstädtischen Baumaßnahmen wurden auch hier die Arbeiten unter laufendem Verkehr ausgeführt. Samstags- und Sonntagsarbeiten sind bei diesen Baumaßnahmen zwingend erforderlich.

Am Höherweg ist etwas in Europa einmaliges entstanden - eine Automeile mit einem zentralen Parkhaus, mit autofreier Promenade, gärtnerischer Gestaltung und Musik. Wir von der SLB sind stolz darauf, an diesem prestigeträchtigen Projekt mitgearbeitet zu haben.