Baugrubenbau - Die Mönchengladbach Arcaden

Mittendrin

Bauen zwischen Wohnbebauung, Ladenlokalen und Gastronomiebetrieben - die Mönchengladbach Arcaden

Im Juni letzten Jahres erhielten wir den Auftrag zur Herstellung einer großen innerstädtischen Baugrube in Mönchengladbach mit einer Fläche von ca. 15.000 m² und ca. 80.000 m³ Baugrubenaushub. Entstehen soll hier ein Handels- und Dienstleistungszentrum, die sogenannten „Mönchengladbach Arcaden“.

Wir erhielten diesen Auftrag als Arbeitsgemeinschaft von der mfi Grundstück GmbH & Co Mönchengladbach Arcaden KG. Gebäude waren abzubrechen und die Baugrube unter Ausführung von Verbauarbeiten und Unterfangungsarbeiten herzustellen. Neben den technischen und terminlichen Ansprüchen spielten aufgrund der Lage im Stadtzentrum auch die logistischen Belange eine zentrale Rolle. So wurden schon im Vorfeld intensive Gespräche geführt, um die Verkehrsführung während der Baumaßnahme für alle Beteiligten zu optimieren. Erschwerend hinzu kamen zwei Großveranstaltungen und Karneval, die wochenlang Inhalt der Baubesprechungen mit unserem Auftraggeber waren.

Das Baugrundstück der zukünftigen Mönchengladbach Arcaden liegt in der Innenstadt von Mönchengladbach und wird von einer Fußgängerzone und zwei Hauptverkehrstrassen eingegrenzt. In der direkten Nachbarschaft befinden sich Wohnbebauungen, Ladenlokale und Gastronomiebetriebe. Voraussetzung für unsere Arbeiten ist in der Regel ein von Gebäudesubstanz geräumtes Baufeld. Eine wesentliche Aufgabe dieses Bauauftrags war es jedoch, die vorhandenen Gebäude (Theatergalerie, Lichthof, Stadttheater und Iduna-Hochhaus) abzubrechen. Der Terminplan sah vor, parallel zu den Abbrucharbeiten die Verbau- und Aushubarbeiten zu beginnen.

Der Übergabetermin der Gesamtbaugrube wird nur mit einem circa vierwöchigen Nachlauf zu den Abbrucharbeiten erfolgen. Die Abbrucharbeiten werden derzeit von unserem Arge-Partner, der Firma Prangenberg & Zaum GmbH aus Viersen ausgeführt und die Verbauarbeiten übernimmt innerhalb der Arge die Firma Celler Grundbau GmbH aus Essen.

Eine besondere Herausforderung für die Abbrucharbeiten war der oberirdische Abbruch des Hochhauses aus dem Jahre 1961, das eine Höhe von 33,00 m aufwies und seinerzeit direkt an der Fußgängerzone errichtet worden war. Erschwerend kam hinzu, dass die Abbrucharbeiten während des Weihnachtsmarktes auf der Fußgängerzone ausgeführt werden mussten. Deshalb konnte der Hochhausabbruch nur in den Nachtstunden unter Vollsperrung der Fußgängerzone durchgeführt werden. Die Firma Prangenberg und Zaum setzte für den Abbruch der Gebäude unter anderem einen Hitachi ZX870 LCH-3, mit einem Gewicht von 152 t und einer max. Arbeitshöhe von ca. 52,00 m ein. Dies ist das größte Abbruchgerät innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.

Unsere Arbeiten begannen mit dem Aushub und der Abfuhr der Boden- und Bauschuttauffüllungen unter gutachterlicher Begleitung und auf der Grundlage eines sogenannten Rasterplanes. Diese Aushubmassen wurden in Abhängigkeit der stofflichen Zusammensetzung und der Analyseergebnisse durch den Gutachter für die Entsorgung eingeordnet. Die unterschiedlichen Abfuhrmassen wurden durch unsere Bagger separiert und auf die jeweils zugeordnete Deponie verbracht. Nach Abtrag der Auffüllungsmassen erfolgte der Aushub des natürlichen Bodens.

Diese Böden sind sowohl Lehmboden als auch Sande bzw. Kiese. Auch hier wieder können wir von positiven Verbundeffekten mit anderen Baustellen profitieren. Der Baugrubenaushub wird bei der Deichsanierung und dem Neubau eines Retentionsbeckens an der Niers eingebaut.

 

Die Arcaden in Zahlen ausgedrückt:
Baugrundstück ca. 14.000 m²
Umfang Abbruch ca. 142.000 m³ (entspricht ungefähr dem Transport durch 10.000 Sattelzüge)
Dauer des Abbruchs ca. 7 Monate
Umfang Neubau ca. 44.000 m³ Beton (entspricht in etwa der Zahl von 500.000 Schubkarren)
ca. 6.500 t Stahl
Dauer des Neubaus ca. 20 Monate
Beschäftigung ca. 400-500 Bauarbeiter

Quelle: www.moenchengladbach-arcaden.de/index.php?do=ImBau/daten-und-fakten

 Auszug aus dem AMAND Journal 1/2013