Deichsanierung Duisburg Walsum - Amand Journal

Das Bergwerk Walsum der Deutschen Steinkohle AG baut im Nordwesten von Duisburg im Untertagebetrieb in einer Tiefe von ca. 900 m unter dem Rhein Steinkohle ab. Durch die zu erwartenden Bergsenkungen von bis zu 1,80 m war der Hochwasserschutz nicht mehr gewährleistet. Mit der Deicherhöhung wurden gleichzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Deichverteidigung, der Erosionssicherung des Regelprofils u. a. durchgeführt. An den Deich grenzen die Rheinauen, ein Natur- und EU-Vogelschutzgebiet. Da die Bauzeit außerhalb der Brutzeit liegen musste, verblieb für die Bauausführung ein Zeitfenster von August bis Oktober.

Am 24.06.2004 erhielten wir den Auftrag zur Deichsanierung. Fachvorgesetzte war das Staatliche Umweltamt Krefeld, bei denen wir bereits bekannt waren. Am 01.07.2004 konnte mit Vorbereitungsarbeiten, wie der Beräumung des Geländes eines ehemaligen Bauernhauses und der Anlieferung von ca. 25.000 m³ Kies auf ein Zwischenlager begonnen werden. Am 02.08.2004 begannen die Arbeiten zur Deichsanierung unter Einsatz von 4 Raupen, 3 Radladern, 9 Baggern, 3 Walzenzügen und Kleingeräten.

Das Baugelände hatte eine Größe von ca. 4 km Länge und ca. 100 m Breite. Im Einzelnen wurden folgende Leistungen von August bis Oktober 2004 erbracht: 1.600 m Baustraße gebaut, 10.000 Bäume gefällt und mit Wurzel entsorgt, 40.000 m³ Mutterboden abgetragen, 50.000 m³ Mutterboden angedeckt, 50.000 m³ Waschberge gelöst, transportiert und eingebaut, 150.000 m³ Kiese, Füllboden und Lehme angeliefert und eingebaut, 18.000 m³ Frostschutz für Wege geliefert und eingebaut, 15.000 m³ Natursteinschotter geliefert und eingebaut, 15.000 m³ unbrauchbaren Boden abgefahren, 18.000 t Bauschutt entsorgt, 5.800 m² Spundwand hergestellt, 11.000 m² Erosionsschutzmatten verlegt und 12.000 m² Wege gepflastert.

Für die Baustelle gab es eine Zufahrt, die auch als Ausfahrt genutzt wurde. Durch diese Zufahrt wurden ca. 200.000 m³Material in 3 Monaten transportiert. An manchen Tagen bis zu 7.000 m³. Gearbeitet wurde zum Teil im Schichtbetrieb von 06.00 bis 22.00 Uhr, auch an Wochenenden. Im Durchschnitt wurden 35 Arbeitskräfte, einschließlich Nachunternehmer eingesetzt.

Der erste Zwischentermin war der 23.09.2004. Bis zu diesem Termin mussten alle relevanten Maßnahmen zur Deicherhöhung abgeschlossen sein. Das betraf die gesamte Deicherhöhung, den Einbau des Dichtungsmaterials und des Oberbodens auf der Wasserseite, den Wegebau auf der Wasserseite und des Filtermaterials auf der Landseite. Erhebliche Regenschauer kurz vor dem Zwischentermin zwangen uns, die Lehmschürze mit Kalk zu stabilisieren. Wichtig war dieses Datum für die DSK, da ab dem 01.10.2004 mit dem Abbau der Steinkohle begonnen werden sollte. Der Termin konnte eingehalten werden und die Freigabe durch das Staatliche Umweltamt Krefeld wurde erteilt.

Wie bei allen anderen Deichen waren auch bei dieser Maßnahme die Anforderungen an das Liefermaterial hoch. Alle Materialien wurden durch die Eigenüberwachung an den Entnahmestellen geprüft und bei Eignung der Fremdüberwachung angezeigt, durch diese freigegeben und eingebaut.

Eine weitere Besonderheit dieser Deichsanierung war, dass der bestehende Deich zum Teil abgetragen wurde und mit Liefermaterial ertüchtigt bzw. erhöht oder verbreitert wurde. Die Profile wurden nach der Absteckung vor Ort entsprechend des Geländes angepasst. Somit waren Arbeiten mit Hilfe von Lasern oder gar Hilfe aus dem All nahezu ausgeschlossen. Ein absolutes Muss waren die Deichhöhe, die Stärken der neuen Lagen und die Gesamtbreite des Deiches. Im Oktober und im November wurden dann die Wegebauarbeiten auf der Landseite und weitere Nebenarbeiten ausgeführt, wie 5 km Zaunbau, 25 Bänke, 10 Tore, Andecken von Mutterboden, Herstellung von Banketten und Rückbau der Baustraßen. Am 04.12.2004 war es dann soweit: Die VOB Abnahme erfolgte und damit konnte das fertige Bauvorhaben dem Bauherrn übergeben werden!

An dieser Stelle sei es gestattet, allen die zum Gelingen dieser Baumaßnahme beigetragen haben zu danken. Alle Mitarbeiter - auch die im Hause - haben ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft gezeigt und so konnten wir Leistungen in hoher Qualität erbringen. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass eine hohe Motivation der Mitarbeiter Voraussetzung für eine kundenorientierte Qualitätspolitik ist. Und nur so kann es uns auch in Zukunft gelingen die vor uns stehenden Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.