Deponie Monheim "Am Knipprather Busch"

Die Deponie „Am Knipprather Busch“ liegt ca. 15 km hinter Düsseldorf und 20 km vor Köln nahe der Autobahn A59 am Rhein und soll zur Entstehung eines Gewerbegebiets baureif gemacht werden. Hier handelt es sich um eine Altlastdeponie mit einer Tiefe von 8 bis 10 Metern, in der stark organisch durchsetzter Hausmüll, Bauschutt, gewerblicher Abfall und sperrige Abfälle wie Autowracks und sonstiger Sperrmüll seit fast 40 Jahren verrotten. Hier entstehen Methangase, die mit einer Konzentration bis zu 30 Vol. - % für Menschen gefährlich sein können. Aus diesem Grund wurden die Mitarbeiter dieser Baumaßnahme erst einmal auf Herz und Nieren von einem Facharzt für Gesundheitsschutz der TBG untersucht. Die Baugeräte sind mit Schutzbelüftungen ausgerüstet und an der Peripherie des Baufeldes ist eine Schwarz-Weiß-Anlage aufgebaut worden, in der sich die Mitarbeiter im Schwarzbereich umziehen und im Weißbereich zur Pause gehen können.

Die aufzubereitende Fläche von ca. 55.000 m² musste bis in eine Tiefe von 4 bis 5 Metern abgetragen werden. Nicht einbaufähige Stoffe wie Kunststofffolien und Baumstämme wurden separiert und gesondert entsorgt. Das abgetragene Deponat wurde mit einem hydraulischen Bindemittel (Zemcon, ein Zementersatzstoff), das gleichzeitig die organische Verrottung unterbindet, durch Schaufelmischung mit dem Bagger vermischt. Vor dem Einbau des Deponats/Zementersatzstoff–Gemisches ist zur Stauchung des tiefer liegenden Deponiekörpers eine Intensivverdichtung mit Fallplatten mit einem Fallgewicht von 5 t/m² aus einer Fallhöhe von ca. 10 Metern erfolgt. Dies soll sicherstellen, dass bei einer späteren Industriebebauung keine Setzungen auftreten. Nach dem Umlagern und Einbau von ca. 240.000 m³ Deponat erfolgt nun der eigentliche Aufbau der Oberflächenabdichtung. Bisher war das Zwischenlagern der einzelnen Deponatsmieten noch zu bewerkstelligen, doch nun wurde es jeden Tag schwieriger, da bereits 30.000 m³ vorhandener Abdeckboden gelagert war und wir noch ca. 12.000 m³ Eisensilicatgranulat für die Gasdrainage benötigten. 28.000 m³ mineralische Abdichtung (natürlicher Lehmboden mit einem kf -Wert von 10 – 8) und ca. 36.000 m³ Boden bis LAGA Z1.2 zur späteren Auffüllung mussten geliefert werden. Es ist kaum vorstellbar, wie klein eine Fläche von 55.000 m² ist, wenn rund 340.000 m³ Boden mit Zwischenlagerungen zu bewegen sind.

Da die benötigten Massen nicht auf Abruf zur Verfügung standen, bestand die Hauptaufgabe darin, die Arbeiten auf der Baustelle so zu koordinieren, dass nicht zu viel und nicht zu wenig Geräte und Personal auf der Baustelle waren. Die meisten Probleme bereitete die mineralische Abdichtung, sowohl in der Herstellung als auch in der Beschaffung des Bodens. Der Lehmboden sollte einen Tonanteil von 10 - 20 %, einen Sandanteil < 40 % und einen Wassergehalt von 17 - 21 % aufweisen. Für uns kein Problem, dachten wir. Nachdem wir aber aus einigen Entnahmestellen Boden geliefert bekamen, sah das schon anders aus. Man erkläre jemandem, der bisher Straßen gebaut hat, dass jetzt ein Gelbildner (mit Namen Wasserglas) zu dem bereits weichen Boden hinzu kommt, damit dieser eine ausreichende Dichtigkeit mit einem kf -Wert von 10–10 erreicht und trotzdem eine Tragfähigkeit aufweist mit einer Proktordichte von 95 %. Hinzu kam, dass es nicht regnen durfte und der aufbereitete Boden innerhalb von 24 Stunden nach dem Einfräsen eingebaut und natürlich nicht überfahren werden durfte, was bautechnisch sehr schwierig war, da ja noch der Infiltrationsboden und die Auffüllung fehlten.

Die mineralische Abdichtung wurde in zwei Lagen von 25 cm Stärke auf die Auflageschicht (d = 20 cm) eingebaut und mit 6,4 kg/m² Wasserglas durchgefräst. Zwischen den einzelnen Lagen wurde ein hochreißfestes Polyarimidgewebe zur Aufnahme von Zugkräften verlegt, was das Einfräsen nicht einfacher machte. Das bedeutete: je Lage 3,2 kg streuen, fräsen und einbauen. Bei einer Tagesleistung von 3.200 bis 4.000 m² ist das für unsere Geräte eine Herausforderung, wenn man beachtet, dass Wasserglas 900 € pro Tonne kostet und das sind zwischen 10.000 und 12.000 € Materialwert pro Einbautag. Unüberlegtes Handeln hätte hier schnell Verluste einbringen können.

Das Eisensilicatgranulat wurde vom AG gestellt und ist auf das Deponat als flächige Gasdränage eingebaut und zur Verfüllung der Dränagegräben, die in einem Abstand von 25 Metern angeordnet sind, verwendet worden. Die passive Entgasungsanlage besteht aus vertikal angeordneten Gasbrunnen und horizontal nach außen zu den Gasdomen führenden PE-HD-Doppelrohren.

Das Eisensilicatgranulat hat die besondere Eigenschaft der Kornstabilität. Damit wird eine sehr hohe Tragfähigkeit erreicht und eine ausreichende Gasdurchlässigkeit gewährt. Nach der Auffüllung ist die Oberflächendränage herzustellen mit Gräben bis zur Tiefe des Infiltrationsbodens. Die Gräben führen von innen nach außen zu einer Ringdränage, bestehend aus Teilsickerrohren und Vollsickerrohren mit einer Nennweite bis DN 300, die wiederum an die Vorflut angeschlossen wird.