Der Kö-Bogen - ein Prestige-Objekt in Düsseldorf

Der Kö-Bogen - ein Prestige-Objekt in Düsseldorf
Die Baumaßnahme ARGE Erweiterung Landskrone

Die „neue“ Landskrone in Düsseldorf an der Kö führt seit Anfang Mai Wasser. Nach 8.200 m³ Erdaushub, 2.750 m² Abdichtung, 800 to Rheinsand, 700 to Rollkies und insgesamt 350 m Ufereinfassung ist die Baumaßnahme ARGE Erweiterung Landskrone im Wesentlichen abgeschlossen. Hier steht lediglich der Wegebau im Hofgarten mit 105 m² Pflaster und rund 1.000 m² wassergebundener Decke und deren Wegeeinfassung mit Wesersandsteinen aus.

Rund um die Gebäude des New Yorker Stararchitekten Daniel Libeskind wird gearbeitet und AMAND konnte sich im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft mit den Firmen Küster, Strabag und Kemna einen Namen am Ende der Einkaufsmeile Königsallee in der Düsseldorfer Innenstadt machen. Im Dezember letzten Jahres erhielt die ARGE den Auftrag in Höhe von 1,5 Mio Euro die Landskrone neu zu gestalten. Auftraggeber ist die Stadt Düsseldorf. Mit der herzustellenden Gewässerführung nimmt die Landskrone wieder die Formen aus dem 18. Jahrhundert an. In dieser Zeit lief das Wasser bereits bis zum heutigen Steigenberger Parkhotel (siehe Grafik).

Im Dezember, lange vor Baubeginn, fanden die ersten Baubesprechungen mit der Stadt Düsseldorf statt. Schon nach ganz kurzer Zeit wurde deutlich, dass diese Baumaßnahme sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht. Dies ist wohl der Lage der Baumaßnahme geschuldet; direkt vor einem der renommiertesten Hotels der Stadt Düsseldorf, dem Steigenberger Parkhotel und unmittelbar im Bereich des seit 1769 existierenden Hofgartens.

Die Archäologie
Auf Grund der Historie der Landskrone wurden die gesamten Aushubarbeiten archäologisch begleitet. Aus den ursprünglich geplanten 2-3 Grabungshelfern, die die Arbeiten ausschließlich am Ausbauort begleiten sollten, um archäologisch wertvolle Funde sicherzustellen, wurden schon vor Baubeginn 8 Grabungshelfer, 1 Grabungsleiter sowie 1 Zeichner. Unter diesen Bedingungen am Ausbauort konnte die Bauzeit unmöglich eingehalten werden und man entschloss sich, nahezu das gesamte Aushubmaterial im Düsseldorfer Hafen zwischenzulagern. Hier wurde kurzfristig eine komplette Baustelle, vergleichbar mit einem Umschlagplatz eingerichtet und für die Dauer von 2,5 Monaten vorgehalten. In mühsamer Handarbeit wurden hier zirka 7.500 m³ Bodenaushub durchsucht und tütenweise alte Tonscherben gesammelt und sichergestellt. Ende März konnte der Bodenaushub schließlich abgefahren werden und das Zwischenlager wurde beräumt. Die Dokumentation dieser Funde wird nach Aussage der Denkmalbehörde allerdings noch bis Ende des Jahres andauern.

Die Ufereinfassung und die Abdichtung
Unterdessen wurde mit der Ufereinfassung begonnen. Betonfertigteile von 4 m Länge und 3,6 to Gewicht, die eigens für diese Baumaßnahme in Radien von 25 bis 279 Metern hergestellt wurden, wurden auf Streifenfundamenten versetzt. Im Anschluss konnte die neue Gewässersohle mit einer Bentonitbahn abgedichtet werden. Wir verlegten hiervon rund 2.750 m² in der Sohle und in den ufernahen Böschungsbereichen. Im Anschluss erfolgte, zum Schutz der Abdichtung, die Abdeckung mit Sand sowie Rollkies.

Die nachfolgenden Planumsarbeiten der Gewässersohle sowie der Böschungsbereiche stellten unseren Maschinisten vor eine große, aber lösbare Aufgabe, da die Bentonitbahnen nicht mit schweren Geräten überfahren werden konnten. Diese Arbeiten, sowie der zuvor getätigte Erdaushub erfolgten mittels GPS-Steuerung. Zahlreiche schaulustige Düsseldorfer Bürger tummelten sich währenddessen an den Bauzäunen rund um die Baustelle und erwarteten gespannt die Gestaltung der neuen Wasserführung. Der gegenüberliegende Uferbereich wurde schließlich mit Natursteinen gestaltet und somit den Bestandsufern der Landskrone angepasst.

Die Presse
„Ende April wird die Landskrone geflutet“, das konnte man in Regional- bzw. Lokalteilen sämtlicher Zeitungen lesen. Punktgenau waren die Abdichtungsarbeiten und die Gestaltung der Uferbereiche fertiggestellt, so dass am 29.04.2013 das erste Bächlein in den neu hergestellten „Arm“ der Landskrone lief. Kurz zuvor gab es Besuch vom Oberbürgermeister Dirk Elbers und einem aus 25-30 Mann bestehenden Journalistengefolge. Zeitungsartikel mit den Überschriften wie „Beim Kö-Bogen läuft es rund“, „Der Kö-Bogen kriegt die Kurve“, „Kö-Bogen: Landskrone wird geflutet“ oder „Die verlängerte Landskrone führt seit gestern Wasser“ lassen darauf schließen, dass wir nicht selten von Journalisten aufgesucht wurden. Auch das lokale Fernsehen, WDR Düsseldorf und Center.TV, haben über den positiven Baufortschritt berichtet.

Der Wegebau im Hofgarten
Mit dem Einlass des Wassers und somit der Fertigstellung des Gewässers war die Baumaßnahme noch nicht ganz abgeschlossen. Im Bereich des Hofgartens, der wahrscheinlich „grünsten“ Baustelleneinrichtung zwischen Magnolie und Ahorn, wurden zum Abschluss der viermonatigen Bauzeit die Wege neu hergestellt. Hier wurde, abgesehen von 105 m² Pflasterflächen, ein Großteil der bereits bestehenden Wege mit einer wassergebunden Wegedecke aus Dolomitsand den übrigen Wegen des Hofgartens angeglichen. Zu guter Letzt möchte ich mich bei den Mitarbeitern der Firmen AMAND, Strabag und Küster für die hervorragend geleistete Arbeit auf der Baustelle bedanken.

 

Auszug aus AMAND Journal 2/2013