Einweihung des letzten Bauabschnittes der neuen Autobahn A 17

Am 12.12.2006 war es soweit: der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat im Beisein des Sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt den dritten und damit letzten Bauabschnitt der neuen Autobahn A 17 zwischen Dresden und Prag von der Anschlussstelle Pirna bis zur tschechischen Grenze eingeweiht. Nach reichlich sieben Jahren Bauzeit wurde damit die A 17 zwischen Dresden und Tschechien fertig gestellt. Zeitgleich wurde vom tschechischen Nachbarn das an die A 17 anschließende Autobahnstück der D 8 bis Usti nad Labem freigegeben. Damit ist die tschechische Hauptstadt uns Sachsen sinnbildlich ein großes Stück näher gerückt und der Werbeslogan für den Bau der Autobahn, es zum Frühstück nach Prag zu schaffen, kann Wirklichkeit werden; Kosten rd. 650 Millionen €.

Auf den letzten 1,3 Kilometern vor der Grenze zu Tschechien war von der DEGES ein Brückenneubau und der Bau eines oberflächennahen Tunnels ausgeschrieben. In einem sehr sensiblen Naturgelände galt es den Brückenschlag über 282 m über das Nasenbachtal zu bewältigen. Das Areal liegt im Trinkwassereinzugsgebiet der Talsperre Gottleuba. Die Steinriegel- und Waldlandschaft hoch oben im Osterzgebirge ist Lebensraum einer ganzen Reihe geschützter Tiere. Im Waldgebiet Harthe sind Luchs, Neuntöter, Schwarzstörche, Birkhühner und der Wachtelkönig zu Hause. Außerdem brüten Uhu und Rauchfußkauz. Um diese Tiere in der bis dato unberührten Natur vor blendenden Scheinwerfern und Autolärm zu schützen ist neben umfangreichen Schutzwänden auf 300 m ein Landschaftstunnel zu errichten. Zwischen diesen Ingenieurbauwerken war auf 3 Abschnitten Streckenbau erforderlich.

Unsere ARGE Tiefbau Harthe erhielt von dem Konsortium ARGE Nasenbachtalbrücke im April 2004 den Auftrag zur Ausführung aller Erd-, Tief- und Straßenbauarbeiten mit einem Bauvolumen von ca. 6,5 Millionen €. Die Technische Federführung liegt dabei in den Händen des ARGE-Partners Strabag; kaufmännisch zeichnet AMAND verantwortlich. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme realisierte unsere ARGE: 

  • 300.000 m³ Erdarbeiten (100.000 m³ BKL 7),
  • 70.000 m³ Felsaufbereitung,
  • 4.000 m Baustraßenbau, 
  • 4.200 m Entwässerung / Sickerleitungen / Rinnen,
  • 16.000 m³ ungebundene Tragschichten,
  • 30.000 m² Asphaltschichten,
  • 8.000 m Kabeltiefbau.

Der umfangreiche Baustraßenbau war aus ökologischen Gesichtspunkten erforderlich. Im dichten Waldgebiet sind vorhandene Waldwege komfortabel in Schwarzdecke ausgebaut worden. Zum Schutz des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes sind die Baustraßen mit Leitwänden eingefasst und mit Entwässerungseinrichtungen und Abscheideranlagen ausgestattet worden. Entlang der Trassen wurden dichte Bauzäune aufgestellt. Durch die exponierte Berglage der Baustelle war infolge Schneehöhen und Verwehungen im strengen Winter 2005/06 die Baustelle nur schwer zu erreichen. Im Gegensatz zu unseren Baustellen im Flachland, auf denen nicht gearbeitet werden konnte, war der Tunnel Harthe in 600 m Höhe über NN eine der wenigen Vorhaben, in dem im Schutz der Tunneldecke an der Entwässerung und am Kabelbau gearbeitet werden konnte. Die Partner Strabag und AMAND haben an dieser Maßnahme insgesamt ca. 8,5 Millionen € umgesetzt.