Haan-Ost ist nicht das Ende der Welt...

... und doch endet demnächst hier eine unendliche Geschichte, deren Ursprung sich bis in die Anfänge der fünfziger Jahre zurückverfolgen lässt. Damals erhielt das Landesstraßenbauamt Düsseldorf den Auftrag, auf der heutigen A46 im Bereich der Ausfahrt Haan eine Trasse für eine Umgehungsstraße ausfindig zu machen, die eine Entlastung für die Stadtdurchfahrten der Bundesstraße 228 Benrath-Hilden-Haan-Wuppertal sein sollte.

Reiner Zufall ließ die Planer die beste Trasse finden: ein in keiner Karte verzeichneter Feldweg entsprach genau den Vorstellungen, die man sich von Lage, Richtung und Kurvenradien der geplanten Umgehungsstraße gemacht hatte. So wurde unter dem Motto "ein Feldweg wird zur Autobahn" der Verlauf der Trasse festgelegt. Grundstücksverhandlungen schlossen sich an und 1953 begannen die Bauarbeiten. Seitdem steht die A46 immer wieder im öffentlichen Interesse: Angefangen bei Leserbriefen zu dort ansässigen Kiebitzpärchen über Zeitungsartikel zur hohen Unfallhäufigkeit wie "Todesstreifen auf der A46" bis hin zu verkehrspolitischen Diskussionen über Anti-Stau-Programme. 

Dies hat dazu geführt, dass die A46 im Bereich Haan/Sonnborner Kreuz weiter ausgebaut werden sollte. 

So erhielten wir in Bietergemeinschaft mit der Philipp Holzmann AG am 17.09.2001 den Auftrag, das Kreuzungsbauwerk BW33 für eine sechsspurige Autobahn neu zu erstellen; Auftragswert: rund 3,8 Mill. € netto. Aber auch wir sollten von der unendlichen Geschichte der A46 nicht verschont bleiben. Kurz nach Baubeginn im Oktober stand bereits im Dezember die erste Behinderung an: Eine Wasserleitung lag im Bereich der neu zu erstellenden Brückenfundamente. Bis dieses Problem gelöst war, gingen Monate ins Land. Als nächstes ging unser Argepartner in Insolvenz: wir "erbten" das komplette Bauvorhaben und es vergingen wieder einige Monate bis man einen Nachunternehmer für den Ingenieurbau gefunden hatte und zum normalen Ablauf zurückkehren konnte. Doch dem nicht genug: Der Ausführungsplaner des Brückenbauwerks hat uns viele Planungsfehler beschert und sich durch Insolvenz im Juli 2004 aus der Verantwortung gestohlen. Durch die Fehler mussten einige Baubehelfe und Bauteile saniert werden, was teilweise einspurige Verkehrsführungen erforderte. Das brachte uns in der Presse Schlagzeilen ein, wie "Stau-Schau auf der A46" oder "Standstreifen auf Zeit" und auch spektakuläre Unfälle, kommentiert mit "Haan-Ost: Überschlag auf A46 Unfallfahrer flüchtet mit Taxi" brachten Probleme mit sich. Bedauerlicher Weise war es in der letzen Phase auch noch erforderlich, den Nachunternehmer Ingenieurbau auszutauschen. Doch gab es zwischenzeitlich auch positive Veröffentlichungen, wie "Ein 850-Tonnen-Koloss auf Wanderschaft", nachdem der Brücken-Überbau Süd in unsere Verantwortung verschoben wurde. Trotz aller Schwierigkeiten werden wir die Arbeiten an der A46 BW 33 voraussichtlich im April 2005 zu Ende bringen können und somit findet die unendliche Geschichte doch noch zu guter Letzt ein Ende.

Diese Baumaßnahme hat für uns auch einiges Positive gebracht: So erhielten wir in Bietergemeinschaft mit der Strabag Wuppertal am 17.11.2003 den Zuschlag für den Neubau der Landesstraße 357n zur besseren Anbindung an den Knotenpunkt Haan-Ost; Auftragswert: ca. 1,2 Mill. €. 

Hierbei handelte es sich um den Neubau eines 800 m langen Straßenabschnittes mit Geh- und Radwegen auf beiden Seiten, der als Umgehung dient und dem Verkehr bereits übergeben werden konnte. Noch auszuführen ist der restliche Kreuzungsumbau der neuen Umgehungsstraße in Verbindung mit dem Westring. Seit Baubeginn sind hier mehr als 30.000 cbm³ Boden bewegt und 25.500 t Frostschutzmaterial als unterste Lage des Oberbaus eingebaut worden. Für die darüber liegende Trag-, Binder- und Verschleißschicht sind ca. 4.500 t Asphalt verbaut worden und es sind rd. 900 m Entwässerungsleitung verlegt worden.

Des Weiteren haben wir in Bietergemeinschaft den Auftrag zum Bau eines Lärmschutzwalles an der A46 bei Wuppertal Varresbeck erhalten. Der Auftrag dazu ging am 29.07.2004 mit rund 0,4 Mill. € netto bei uns ein. Die Arbeiten begannen am 09.09.2004 und ruhen derzeit aufgrund der Witterung, können jedoch in Kürze abgeschlossen werden.

Wie Herr Hausendorf vom Landesbetrieb Straßen NRW vor kurzem der Presse ausführte, ist Haan-Ost nicht das Ende. Am 19.10.2004 haben wir in Bietergemeinschaft die Submission für den sechsspurigen Ausbau der A46 in Richtung Sonnborner Kreuz mit einem Auftragswert von ca. 2,4 Mill. € netto gewonnen. Wir erwarten dafür in Kürze den Auftrag und können dann umgehend mit den Arbeiten beginnen. Für uns ist auf der A46 bei Haan-Ost noch lange nicht das Ende!