Autobahnbau A44 - dem langersehnten Lückenschluss einen Schritt näher

A44 - dem langersehnten Lückenschluss einen Schritt näher

Arbeiten im Streckenabschnitt Heiligenhaus-Velbert beendet

Vor ziemlich genau zwei Jahren erhielten wir gemeinsam mit unserem ARGE-Partner, der STRABAG AG, den Auftrag für zwei Streckenbaulose auf der Autobahn-Neubaumaßnahme A44 Ratingen-Velbert - eines der größten Lückenschlussprojekte in Nordrhein-Westfalen - wobei die geplanten Trasse einen bewegten Naturraum mit durchaus sensiblen Ansprüchen quert; siehe auch den Beitrag im Amand journal 03/2013 zu diesem Thema. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen und es gibt viel Neues zu berichten!

In beiden neuen Aufträgen waren wir zunächst damit beschäftigt rund 400.000 Kubikmeter Aushubboden zu vermarkten. Dies gelang, indem wir über einen Zeitraum von einem Jahr diverse Verbringungsmöglichkeiten für den Boden sowie parallel laufende kleinere Baumaßnahmen realisierten, bei denen der Aushubboden der A44 als Auffüllboden benötigt wurde. Diese Baumaßnahmen akquirierten wir zumeist im näheren Umfeld; darunter ein größerer Auftrag der Wirtschaftsförderung Wuppertal. Hier konnten wir positive Synergieeffekte durch die Bodenabfuhr von der A44 und anschließender Geländeauffüllung in Wuppertal realisieren; durch die Terrassierung entstand ein  ebenes Grundstück mit nunmehr sehr viel besseren Vermarktungsperspektiven.

Der Ausbau der A44 war in vielerlei Hinsicht ein Spagat zwischen Straßenbau und Umweltschutz. Die Gesamtbaumaßnahme musste  sich an  verschiedensten Umweltvorgaben orientieren. In diesem anspruchsvollen Umfeld ist es uns immer wieder gelungen, gute Ideen für alternative Möglichkeiten zu den geplanten Maßnahmen zu entwickeln, so realisierten wir beispielsweise einen Bauablauf, der ohne die ursprünglich geplanten und seitens der Umweltbehörden kritisierten provisorischen Regenrückhaltebecken und zugehörige kilometerlange provisorische Zuleitungen auskam. Zudem  konnten provisorische Verkehrsumleitungen verkürzt werden, was sowohl den Anliegern als auch dem Budget zugutekam. 

Parallel zu den Arbeiten an diesen beiden Streckenbaulosen realisierten wir seit Ende 2011 den Komplettausbau der A44 im Umfeld des Brückenbauwerks „BW8 - Ganslandsiepen“; hier waren die Bauarbeiten zunächst infolge verschiedener gerichtlicher Verfahren um ein Jahr unterbrochen worden. So bauten wir  seit 2013 dann in allen drei Baumaßnahmen parallel, die wir jetzt, Mitte 2015, fertig stellen konnten. So haben wir bislang bei der Gesamtbaumaßnahme A44 in  unterschiedlichen Bauverträgen Bauleistungen im Umfang von 20 Mio. Euro, überwiegend in den letzten beiden Jahren, erstellt.

BW8 - Brückenbauwerk Laubecker Bach

Ein ganz entscheidendes und unter Umweltgesichtspunkten sensibles Brückenbauwerk fehlt jedoch noch - die Talbrücke „Laubecker Bach“ zwischen Heiligenhaus und Velbert, für die die Firma Amand im Herbst 2014 den Auftrag erhielt! Diese Brücke ist - ebenso wie die Brücke „Ganslandsiepen“ - 200 Meter lang und wird die A44 künftig über den Laubecker Bach mit zugehörigem Regenrückhaltebecken führen. Auch wird ein geschützter Bereich überquert mit allen daraus resultierenden Erschwernissen. Seit Anfang dieses Jahres beansprucht diese Baumaßnahme unsere besondere Aufmerksamkeit, sind wir doch mit sehr speziellen geologischen Problemstellungen konfrontiert. Gemeinsam mit der seit Anfang 2014 bestehenden Brückenbauabteilung wird die Abteilung Tief- und Straßenbau dieses herausfordernde Bauwerk bis zum Jahr 2017 erstellen - soweit der Plan! Derzeit wird an der Gründung im Bereich der Widerlager und Pfeiler gearbeitet.

BW1 - Brückenbauwerk Kreuz Ratingen-Ost

Zusätzlich haben wir Mitte 2015 den Auftrag für den Neu- und Umbau des BW1 am Kreuz Ratingen-Ost erhalten. Mit diesem Bauwerk  wird die BAB 44 die A3 (Oberhausen/Köln) in Richtung Düsseldorf/Mönchengladbach überqueren. Unsere Brückenbauabteilung und damit auch der Tief - und Straßenbau ist mit dem Bauwerk 1 und  8 weiterhin an den Schlüsselstellen der A44 Ratingen-Velbert im Einsatz und wird damit in Zukunft wesentlichen Anteil am Bau dieses für die Region immens wichtigen „Lückenschlusses“ haben. 

Was noch zu tun ist
Was dann noch fehlt, ist ein vier Kilometer langer Autobahnabschnitt zwischen Ratingen und Heiligenhaus; in diesem Abschnitt werden insbesondere drei weitere Talbrücken erstellt.

Des Weiteren soll in den nächsten Wochen der Anschluss der neuen A44 in Velbert ausgeschrieben werden - es bleibt spannend!

 

Auszug aus dem Amand journal 03/2015