Erster Bauauftrag der Abteilung Brückenbau

Erster Bauauftrag der Abteilung Brückenbau
Autobahnkreuz Jackerath - Auftrag für zwei Bauwerke erhalten

Die Arbeiten für die beiden Brückenbauwerke 693 und 694 sind vor Ort aufgenommen.

Vor Beginn der Arbeiten auf der Baustelle sind umfangreiche technische Bearbeitungen erforderlich. Für jedes Brückenbauwerk wurden auf Grundlage des Entwurfs des Auftraggebers statische Berechnungen und Ausführungspläne erstellt. Diese Unterlagen wurden vom Auftraggeber und  von einem Prüfingenieur geprüft und zur Bauausführung freigegeben. Erst nach Vorlage  dieser Unterlagen darf gebaut werden.

Bauwerk 693
Beim Bauwerk 693 wurde am 14. April der erste Konstruktionsbeton durch die AMAND-Brückenbauabteilung eingebaut - es wurden ca. 250 m3 Beton für die Fundamente betoniert.

Mittlerweile sind beide Widerlager eingeschalt und die Bewehrungsarbeiten haben begonnen. Beide Widerlager wurden am 08. Mai in einem Einsatz betoniert. Anschließend beginnen die Arbeiten am Traggerüst und Überbau.

Bauwerk 694
Das Bauwerk 694 erhält eine Tiefgründung auf Bohrpfählen. Bevor die Pfähle eingebaut werden, ist eine Kampfmittelsondierung erforderlich. Diese ist ausgeführt worden und ergab keine Verdachtsmomente auf Kampfmittel. Mit den Bohrarbeiten wurde am 28. April begonnen. Es wurden Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 120 cm hergestellt. Die Pfähle sind 20 m lang.

Aufgrund der sehr schnellen technischen Bearbeitung und deren zügigen Prüfung konnten wir bereits nach kurzer Zeit mit den Arbeiten vor Ort beginnen. Die Arbeiten liegen sehr gut in unserem Zeitplan und deutlich vor den vorgesehenen Bauzeiten des Auftraggebers. Wir hoffen, dieses hohe Tempo weiter so einhalten zu können.

 

Beim Bauwerk 694 wurde als Tiefgründung die Bauausführung der Pfahlgründung gewählt. Hier eine kurze Erklärung, was das überhaupt ist:
   
Nicht oder nur schlecht tragfähige Bodenschichten werden mit Pfählen in die Tiefe überbrückt, so können die Lasten von Tragwerken in tiefere, tragfähigere Bodenschichten verlagert werden.

Es werden Pfähle (auch Piloten genannt) in den Baugrund gebohrt oder gerammt, bis eine ausreichend tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Je nach Einsatzzweck, Boden- und Umgebungsbedingungen können die Pfähle aus verschiedenen Materialien bestehen bzw. auf verschiedene Weisen hergestellt werden.

Bei einem Bohrpfahl wird ein unten offenes Stahlrohr in die Erde gebohrt, dann wird die Erde aus dem Inneren des Pfahles entfernt, ein Stahlrohr eingebracht und  anschließend das Rohr z.B. mit Beton verfüllt. Schrittweise wird das Stahlrohr wieder herausgezogen. Diese Art der Pfahlgründung wird für statisch anspruchsvolle Gründungen wie bei Hochhäusern  oder  Brücken  verwendet.

Die drei Autobahnkreuze (AK) Jackerath, Holz und Wanlo bilden ein Dreieck, das durch die Verlegung der A 44 etwas an Form verliert. Gut zu erkennen das alte AK Jackerath (schwarzer Punkt) und das neue AK Jackerath nach Verlegung (gelber Punkt)  in Höhe des Guts Kaiskorb.

Ein ehrgeiziges Projekt
Der Ausbau der sechsspurigen A 44n - der Trasse, die direkt durch en Tagebau Garzweiler führt - hat Anfang 2012 begonnen. Die neue Autobahn ersetzt die alte A44, die 2006 für den Tagebau Garzweiler weichen musste, und wird auch den Verkehr der A 61 aufnehmen, deren Ausbau in einigen Jahren beginnt. Zudem wird bis 2017 die A 46 zwischen  dem Autobahnkreuz Holz und Wanlo aus sechs Fahrbahnen erweitert. Bis um das Jahr 2035 wird die A 61 wieder hergestellt befahrbar sein.
Die A 44 wird mehr als zehn Kilometer lang sein, davon liegen 7,2 Kilometer mitten im Tagebau. Um- und ausgebaut werden auch die drei Autobahnkreuze Jackerath, Holz und Wanlo. Nach derzeitigen Berechnungen werden nach Fertigstellung 2035 circa 89.000 Fahrzeuge am Tag die neue A 44 nutzen. In den kommenden Jahren werden 17 Brücken entstehen! Mehr als 100 Millionen Euro werden die Bauarbeiten insgesamt kosten, die fast komplett vom Bergbaubetreiber RWE Power getragen werden.

 

 Auszug aus dem AMAND journal 2/2014