Stabbogenbrücken

Stabbogenbrücken

Abteilung Brückenbau - Drei Aufträge für Stabbogenbrücken in 2014

Im abgelaufenen  Jahr 2014 ist es uns gelungen drei neue Aufträge für Brückenbauwerke zu bekommen, die als Stabbogenbrücken gebaut werden, die Hervester Brücke in Dorsten, die Gartorper Straßenbrücke in Duisburg und die Lippebrücke in Lünen. 

Die Hervester Brücke Nr. 423 über den Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten hat eine Stützweite von ca. 75 m, ungefähr 500 Tonnen Baustahl werden verbaut. Die Gartorper Straßenbrücke Nr. 308 über den Rhein-Herne-Kanal in Duisburg hat eine Stützweite von ca. 73 m, ungefähr 480 Tonnen Baustahl werden verbaut.

Beide Brückenbauwerke wurden vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein (WSA Duisburg) beauftragt. In den Bauverträgen enthalten sind zudem umfangreiche Abbrucharbeiten der alten Bauwerke, ebenso wie die Leistungspakete für die damit zusammenhängenden Erd- und Straßenbauarbeiten. Beide Brücken sind jeweils Einfeldsysteme als Stabbogen mit orthotroper Platte. Die Stabbögen haben eine stetige Krümmung und sind als Parabel auszubilden. Die Unterbauten werden in Stahlbeton hergestellt. Die Gründungen erfolgen teilweise auf Ortbetongroßbohrpfählen. 

Die Stahlüberbauten werden in einem Stahlwerk gefertigt und mittels Spezialtransportern zur Baustelle gebracht.  Die Einzelteile mit Stückgewichten bis zu 50 Tonnen werden mittels Autokränen entladen und  auf dem Vormontageplatz miteinander verschweißt. Die Schweißarbeiten unterliegen dabei ständigen  Kontrollen sowohl durch unseren Auftraggeber, das WSA Duisburg selbst, als auch durch vom WSA Duisburg noch zusätzlich beauftragte Fremdüberwacher, speziell ausgebildete Schweißfachingenieure.

Nach Fertigstellung  des Überbaus erfolgt das sogenannte Einschwimmen. Hierbei wird der Überbau mittels Verschubtechnik und Pontons in die Endlage gebracht. Dieser Vorgang dauert ungefähr einen Tag und findet bei Vollsperrung der Kanäle am Wochenende statt. Das Einschwimmen des Überbaus ist das Highlight einer jeden Brückenbaumaßnahme. Diese spektakuläre Aktion findet regelmäßig unter regem Anteil der Öffentlichkeit statt.

Die Lippebrücke Graf-Adolf Straße in Lünen mit einem markanten blauen Bogen hat eine Stützweite von circa 45 m, ungefähr 230 Tonnen Baustahl werden verbaut. Die Auftraggeber sind die Stadt Lünen, die Stadtwerke Lünen und der Lippeverband. Die Kosten belaufen sich  voraussichtlich auf  3,6 Millionen Euro; trotz der Mehrkosten von rund 0,4 Millionen Euro wurde an der ursprünglichen Planung festgehalten.

Die Lippebrücke in Lünen ist ebenfalls eine Stabbogenbrücke. Diese Brücke hat jedoch nur einen in der Mitte befindlichen Bogen. Der Bogen besteht aus einem stählernen Rundrohr mit einem Durchmesser von 60  cm und Wandstärken von 70 mm. Um Rohre in diesen Dimensionen biegen zu  können, wurde eigens eine englische Spezialfirma aus   Birmingham beauftragt, da diese Leistung in ganz Deutschland nicht zu bekommen war.

Die Fahrbahnplatte besteht aus einer Kombination von Stahlbetonfertigteilen und Ortbeton. Diese Ausbildung bezeichnet man als Verbundplatte. Die Vormontage erfolgt auch hier auf einem Vormontageplatz. Es findet jedoch kein Einschwimmen des Überbaus statt, weil die Lippe in diesem Bereich nicht schiffbar ist. Stattdessen wird der Überbau mittels Autokran eingehoben - das Hubgewicht beträgt dabei rund 230 Tonnen!

Das Brückenbauwerk liegt mitten in der Stadt Lünen und wird daher architektonisch aufwendig gestaltet; es werden z.B. Edelstahlgeländer mit LED-Beleuchtung installiert. 

Wir freuen uns über diese drei technisch anspruchsvollen Aufgaben und  die technische Bearbeitung  läuft mit Hochdruck! Die Arbeiten an der Hervester Brücke in Dorsten sind schon weit fortgeschritten, die ersten 500 Kubikmeter Beton sind eingebaut. Die Arbeiten vor Ort an der Gartorper Straßenbrücke in Duisburg und der Lippebrücke in Lünen werden in Kürze beginnen. Die Fertigstellung aller drei Projekte ist für Ende 2015 vorgesehen. Wir werden  weiter über diese Projekte berichten.

 

Auszug aus dem AMAND journal Nr. 01/2015