Strammes Programm auf der A 57

ARGE Oevermann-AMAND saniert die A 57 bei Neuss

Im Auftrag des Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) hatte die Bietergemeinschaft Oevermann - AMAND - Schäfer-Bauten eine Komplettsanierung der A 57 auf einer Strecke von zwei Kilometern zwischen dem Autobahnkreuz Neuss-Süd und der Anschlussstelle Neuss-Norf durchzuführen.

Geschätzter Wert: rund 14 Millionen Euro (netto).

Den Hauptanteil der Bauleistungen übernahm dabei die ARGE Oevermann - AMAND mit einem Anteil von rund 11 Millionen Euro.

Unser Part umfasste …
… den gesamten Erd- und Kanalbau, Fahrbahnumbau im Hocheinbau mit Verbreiterungen (teilweise fünfspurig je Fahrtrichtung), Betonschutzwände, Versorgungsleitungen, sämtliche Randanlagen mit Kastenrinnen, Schwerlaststützwände sowie die komplette Ausstattung mit Schutzplanken, Fahrbahnmarkierungen und Rekultivierung der Nebenflächen.  

Schwierige Rahmenbedingungen
Durch das enorm hohe Verkehrsaufkommen auf der A 57 gab es bauseitig strenge Auflagen und enge Terminvorgaben für die insgesamt acht Bauphasen verbunden mit hoher Konventionalstrafe bei Nichteinhaltung. Außerdem hatte die ARGE das komplette Wetterrisiko zu tragen.

Der Straßenbau erwies sich als besonders aufwendig, da aufgrund der komplizierten Verkehrsführung im Baufeld die Fahrbahnflächen stets nur in Teilbereichen erstellt werden konnten. Auf der entspannten alten Betonfahrbahn musste dann - jeweils im Hocheinbau - ein Profilausgleich per Asphalttragschicht erstellt werden, auf die dann der Asphaltbinder aufgebracht wurde. Eine nachfolgende, nur zwei Zentimeter starke Gussasphaltschicht (OPA) stellte höchste Anforderungen an die Ebenflächigkeit der Unterlage. Das erforderte einen sehr hohen Vermessungsaufwand mit höchster Präzision. Alles musste passen, vor allem auch die Temperatur beim Einbau dieser Schicht. Dieser offenporige Asphalt muss wegen der Verdichtung gleichmäßig heiß sein, hier kommt es auf jedes Grad an.

Letztendlich bauten wir unter jeweiliger Vollsperrung der A 57 an zwei Wochenenden den finalen Deckbelag ein, der aus offenporigem Asphalt (OPA) - umgangssprachlich auch als „Flüsterasphalt“ bezeichnet - bestand. Drei Kolonnen waren parallel rund um die Uhr im Einsatz; die Arbeiten auf der Gegenfahrbahn wurden wegen des zu erwartenden Besucherandrangs beim Lena-Konzert sogar um 14 Tage verschoben.

Resultierend aus der einvernehmlichen Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und Dank des Engagements des kompletten ARGE-Mitarbeiterteams gelang es uns sogar, die vorgegebene Bauzeit um ganze 40 Werktage zu verkürzen!

Für technisch Interessierte

Es wurden folgende Hauptbauleistungen erstellt:
100.000 m³ Bodenlieferungen mit Einbau in Umfahrungen und LS-Wälle
100.000 m² Asphaltbau im Hocheinbau, wobei ca. 70.000 t Asphalt verarbeitet wurden
  75.000 m² Gussasphalt
    4.800 m Betongleitwände im Mittelstreifen und neben den Standspuren
    3.000 m MEA-Kastenrinnen SLW60
    3.500 m Randanlagen und Borde
    1.700 m Rückbau alter Kanalhaltungen
    2.000 m Sickerrohrleistungen
    4.000 m Schutzplanken/Superrail
  20.000 m Fahrbahnmarkierungen
    5.000 m Stahlgleitwände
 25.000 m² Oberbodenandeckungen und Rekultivierung

 

 Auszug aus dem AMAND-Journal, 2.Quartal 2011