Und wieder zwei neue Deiche beauftragt

Und wieder zwei neue Deiche beauftragt

Der Bodenheimer Polderdeich und Deichsanierung bei Dinslaken-Stapp

Bodenheimer Polderdeich
Der 4,5 Kilometer lange Polderdeich zwischen Bodenheim und Mainz-Laubenheim dient der Hochwasserrückhal­tung. Die Polderfläche liegt westlich der B9 auf einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet von 212 Hektar und soll bis zu 6,7 Millionen Kubikmeter Hochwasser aufnehmen. Geflutet wird bei einem Wasserstand von 7,10 Meter am Pegel Mainz über ein Ein-und Auslassbauwerk an der B9. Die Struktur-und Genehmigungsdirektion Süd mit Sitz in Speyer (Rheinland-Pfalz) hat die Arbeitsgemeinschaft AMAND/Brückner-Grundbau mit dem Bau dieser Anlage im Juli 2006 beauftragt.

Hauptleistungen sind dabei:

  • 60.000 m³ Oberbodenarbeiten,
  • 290.000 m³ Stützkörpermaterial liefern und einbauen,
  • 140.000 m³ bindigen Boden liefern und einbauen,
  • 45.000 m³ Fußdrainmaterial liefern und einbauen,
  • 40.000 m² Wegebau und
  • 33.000 m² Einphasenschlitzwand durch Brückner-Grundbau

Die Zuwegung zur Baustelle verlief von der B9 über eine Kreisstraße in die Baustelle. Durch dieses Nadelöhr mu­ssten alle Materialien transportiert werden. Die Bodenmassen wurden in einer Abbaustelle gewonnen, diese natür­lich anstehenden Materialien in bestimmten Verhältnissen gemischt und zur Einbaustelle über eine Transportstre­cke von ca. 20 Kilometer transportiert. Seit dem 28.09.2006 wurden täglich 2.500-3.500 m³ gewonnen, gemischt, verladen, transportiert und eingebaut. Die Bauzeit für die Maßnahme betrug ca. zwei Jahre.

 

Deichsanierung bei Dinslaken-Stapp
Die Deutsche Steinkohle AG hatte die Arbeitsgemeinschaft AMAND/Ecosoil/Brückner-Grundbau mit der Deichsa­nierung in Dinslaken-Stapp beauftragt. Dieser zweite Bauabschnitt schloss an die Deichsanierung Walsum an.

Hauptleistungen sind dabei:

  • 35.000 m³ Oberboden abtragen und andecken,
  • 30.000 m³ Füllboden, Kiessand und Oberboden liefern und einbauen,
  • 15.000 m³ unbrauchbaren Boden (Schlacke und Waschberge) abfahren,
  • 3.600 m² Dichtwand herstellen,
  • 6.000 m² Wegebau,
  • 300 m alte EW-Leitung bis 6,0 m tief ausbauen und neu verlegen.

Ein bekanntes Problem war das enge Zeitfenster von August bis Oktober, verstärkt durch die Abhängigkeiten zwi­schen der Dichtwand, die durch Brückner-Grundbau hergestellt wurde und dem Erdbau durch uns. Hier waren insbesondere exakte zeitliche Abstimmungen notwendig, um die Zeitschiene für den Ablauf einzuhalten. Nacht­schichten und Wochenendarbeiten trugen letztendlich wesentlich zum Erfolg der Maßnahme bei.

Eine Besonderheit der Baustelle war der Abtransport der zu entsorgenden Bodenmassen und der Waschberge per Schiff; dazu musste eine Baustraße zum Rhein gelegt und eine Anlegestelle gebaut werden. Der Antransport der Massen erfolgte über eine Anliegerstraße. Da hier ein Gegenverkehr nicht möglich war, wurde für den Ortsteil Dinslaken-Stapp ein Einbahnstraßenverkehr eingerichtet.

Die Hochwassersicherheit wurde am 30.10.2006 durch das Staatliche Umweltamt Krefeld bescheinigt. In den Monaten November und Dezember wurde der Wegebau landseitig ausgeführt. Die Abnahme der Baumaßnahme erfolgte noch vor Weihnachten.

 

Auszug aus dem AMAND-Journal 4. Quartal 2006