Zum Ersten, zum Zweiten, zum ...!

Seit Eröffnung der ersten deutschen Fernbahn von Dresden nach Leipzig im Jahr 1839 erlebt die Eisenbahn heute in Dresden Ihre dritte Renaissance. Schon einmal wurde zur Jahrhundertwende um 1900 die Eisenbahn in Dresden umfangreich erneuert. Die alte Saxonia hatte ausgedient. Dresden platzte damals mit einem sprunghaften Bevölkerungsanstieg von 150.000 auf nahezu 500.000 Einwohner aus allen Nähten. Die zunehmende Verkehrsdichte machte den Umbau der Eisenbahntrasse notwendig. Das ehemals auf Straßenniveau erbaute Schienennetz wurde durch den Aufbau von Dämmen, durch Errichtung von Stahlbrücken und kunstvollen Stützwänden um ca. 5 m angehoben, die Bahnhöfe Neustadt und Wettiner Strasse (heutiger Bhf. Mitte) durch die Marienbrücke über die Elbe verbunden und ein Verkehrsknoten zur Anbindung des Güterbahnhof Friedrichstadt geschaffen.

Dieser Zustand genügte fast 100 Jahre. Mit dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 9 wurde die Grundlage für die Sanierung und Modernisierung der 117 km langen Strecke nach Leipzig geschaffen. Der ICE Elbflorenz eilt jetzt mit 200 km/h von Dresden über Leipzig und Frankfurt nach Saarbrücken. Dresden wird damit an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden. 

Der Teilabschnitt Dresden Neustadt - Dresden Mitte wird dabei komplett umgebaut. So entstehen getrennte Gleistrassen für ICE, S-Bahn und Flughafenshuttle, sowie Gütertransportgleise. Die überführenden Straßenbrücken, die Stützwände und der Dammkörper werden unter laufendem Eisenbahnverkehr in verschiedenen Bauphasen umgebaut. Herzstück des Streckenabschnittes ist die Neuerrichtung der Marienbrücke, die aufgrund Ihres maroden Zustandes zuletzt nur noch mit 40 km/h befahren werden konnte.

Als Nachunternehmer der ARGE Marienbrückeführen wir den gesamten Gleistiefbau und die Erdarbeiten für die Ingenieurbauwerke durch. Als äußerst anspruchsvoll erwies sich dabei der Teilabbruch der historischen Sandsteinbauwerke wie die Vorlandbrücke, der Bahnhof Dresden-Mitte und die Stützwände. Die Sandsteinverzierungen wurden schonend zurückgebaut und nach Teilerneuerung der Bauwerke originalgetreu wieder aufgebaut. 

Der Knoten Mitte ist heute stark frequentiert. Die verschiedenen Bauphasen bedingen Inselbaustellen, welche den gleisgebundenen An- und Abtransport von Maschinen und Stoffen mit Arbeitszügen zur Folge hat. Gleissperrungen sind nur an Wochenenden und in der Nacht möglich.